Junger Roter -

Archive for the ‘braunes pack’ Category

braunes pack

05/04/2010

Barbara Rosenkranz, eine deutsche Mutter – eine Geschichte in 7 Kapiteln

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Nun hat also der Kampf um die Hofburg begonnen. Die Plakate hängen schon, und wer genauer hinsieht, fragt sich warum Strache darauf wirbt, bewirbt sich doch Barbara Rosenkranz um das höchste Amt im Staate -- doch dazu später mehr.

1. Persönliches

Barbara Rosenkranz, geboren 1958 in Salzburg, derzeit Landesrätin in Niederösterreich, genoss zwischen 1064 und 1976 Schulbildung in Volksschule und Gymnasium, aus dieser Zeit kommt auch ihr Verständnis von Gaskammern und Holocaust. Sie ist übrigens aus der Kirche ausgetreten und mit dem bekannten Rechtsextremisten Horst Rosenkranz verheiratet.

1993 wurde sie Landtagsabgeordnete, von dort wechselte sie 2002 in den Nationalrat. Seit 2003 ist sie die Landesobfrau der Niederösterreichischen Freiheitlichen, seit 2005 ach stellvertretende Bundesobrau, also eine der ranghöchsten Personen in der FPÖ. Seit 2008 ist sie Landesrätin in Niederösterreich.

2. Der eventuelle First Husband

Obwohl es noch zum Persönlichen gehört, widme ich ihrem Mann ein eigenes Kapitel -- wahrscheinlich sogar das größte in diesem Artikel. Horst Rosenkranz, Jahrgang 1943, ist eine breiteren Masse vielleicht durch seine einschlägigen Taten und Aussagen aufgefallen. Eine kleine Chronologie: 1989 nahm er an einer Sonnwendfeier der “Bürger-Rechts-Bewegung” teil. Diese wurde von Norbert Burger gegründet, der unter anderem auch die NDP ins Leben rief (welche 1988 wegen Wiederbetätigung aufgelöst wurde), Horst Rosenkranz war dort ebenfalls Funktionär. Es folgten Gastauftritte bei der Partei “Ein Herz für Inländer” sowie Vorträge bei der Arbeitsgemeinschaft für Politik (AFP). Hauptanliegen der AFP ist übrigens die Bekämpfung des Verbotsgesetzes, wer hätte das gedacht…  Seine Auftritte und Parteimitarbeiten lassen sich übrigens so weiterführen. Im Moment ist er Vorsitzender der rechtsextremen Kleinpartei “Kritische Demokraten” und Herausgeber der rechtsextremen Zeitschrift “Fakten”. Einige kurze -- unappetitliche -- Leseproben findet man hier. Barbara Rosenkranz hat sich bis heute nicht vom rechtsextremen Treiben ihres Mannes distanziert -- und sieht zumindestens stillschweigend zu, wie Horst Rosenkranz gegen Homosexuelle und Juden hetzt.

3. Hedda, Horst, Arne, Mechthild, Hildrun, Volker, Sonnhild, Alwine, Ute und Wolf

Das sind keine Mittelalterlichen Heldennamen, sondern die Namen der Kinder von Barbara Rosenkranz. Die Namensgebung lässt einige Rückschlüsse auf ihr Weltbild zu. So ist zB Sonnhild eine Zusammensetzung aus “Sonne” und der germanischen Bezeichnung für “Kampf” -- das alleine wäre ja noch kein Problem. Wenn man aber bedenkt, dass Rechtsradikale sich -- aufgrund verschiedener Dinge -- gerne aufs Germanentum berufen, bekommt der Name schon eine neue Bedeutung. (Der Hang Rosenkranz’ zum Germanischen zeigt auch folgendes: am 21. Juni 2002 veranstaltet die Familie Rosenkranz eine Sonnwendfeier, Gastredner ist Ewald Stadler. Seine Worte: “(…) dass wir unseren Volkserhalt durch gesunde, starke und kinderreiche Familien selbst organisieren und nicht durch Zuwanderungsexperimente es anderen Völkern überlassen, unser Volk zu erhalten”) Noch Fragen?

 4. Rosenkranz und das Verbotsgesetz

Nicht nur ihr Gatte, sondern auch Rosenkranz selbst hat mehrmals öffentlich geäußert, dass das Verbotsgesetz abgeschafft gehört. Damit fordert sie, dass Verharmlosund, leugnung und Wiederbetätigung von nationalsozialistischen Taten straffrei gestellt wird -- und das alles unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit. Auch hat sie des öfteren revisionistische untertöne durchleuchten lassen, etwa mit der Aussage, sie habe das Wissen eines Österreichers “der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war – das ist also mein Wissen von der Geschichte, und daran habe ich überhaupt keine Änderung vorzunehmen” -- gefragt wurde, ob sie an der Existenz von Gaskammern zweifle.

Prominente Unterstützer von Barbara Rosenkranz sind unter anderem die NVP, die ein Kapitel ihres Parteiprogrammes eins zu eins aus einem Lehrplan der SS von 1944 übernommen haben und laut BH Braunau eine “rechtsextreme, fremdenfeindliche und rassistische Partei” ist, oder aber auch Karl Steinhaus (”nationale Sozialistin”). Ebenfalls zu Ihren Befürwortern zählt die Welser Liste “Die Bunten” (wegen der Gefahr der NS-Wiederbetätigung von der Gemeinderatswahl 2009 ausgeschlossen) und diversen einschlägigen Foren.

5. Rosenkranz und die Krone

Nachdem Dichand das mediale Sperrfeuer auf Heinz Fischer eröffnet hat, schrieb er in der Krone unter seinem Pseudonym “Cato”: “Wählen wir sie, sie wird eine gute Bundespräsidentin für Österreich sein!” und bezeichnete Rosenkranz als “mutige Mutter”. Kurz darauf wird es sogar ihm ein wenig zu bunt und er fordert eine eidesstattliche Erklärung, die Rosenkranz auch kurz danach prompt abliefert -- handschriftlich direkt in die Muthgasse gesendet.

Kurzer Exkurs zum Thema “Eidesstattliche Erklärung”:

„Juristisch ist das irrelevant. Das ist eine völlig sinnlose Erklärung“, sagt Verfassungsjurist Theo Öhlinger zur „Presse“. Es gebe nichts an der Erklärung, das man einklagen könne. Auch strafrechtlich habe dieser Eid keine Bedeutung (anderes gilt, wenn man vor Gericht unter Eid falsch aussagt). Ein reiner „PR-Gag“ sei die Erklärung der FPÖ-Politikerin, meint auch Rechtsexperte Bernd-Christian Funk. http://diepresse.com/home/politik/hofburgwahl/545022/index.do

Wir stellen fest: Rosenkranz distanziert sich zwar von jeglicher Geschichtsleugnung, allerdings auf eine Art und Weise, die getrost als nicht akzeptabel bezeichnet werden kann.

6. Warum ist auf den Plakaten Strache zu sehen?

Zu guter Letzt der Punkt, den ich schon am Beginn des Artikels angesprochen habe: Warum ist auf den Plakaten HC Strache zu sehen, wo dich Rosenkranz zur Wahl steht? Nun, kolportiert wurde ja, dass Strache gerne selbst als Bundespräsident kandidiert hätte -- aber Wiener Bürgermeister, Kanzler und Bundespräsident ist dann wohl doch etwas zu viel. Allerding wird im Herbst in Wien gewählt -- und Strache missbraucht die BP-Wahl, um in den Medien zu bleiben. Dass da eine Bundespräsidentenwahl dazwischen liegt, kommt ihm also wie gelegen.

7. Der Report

Der Report nahm das Antreten von Rosenkranz zum Anlass, um üner die FPÖlerin zu berichten:

Übrigens, laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte darf Barbara Rosenkranz als Kellernazi bezeichnet werden…

Damit endet meine kleine Geschichte -- die von Rosenkranz und ihrem Rechtsextremen Umfeld wird wohl noch lange weitergehen.

braunes pack

26/03/2010

“Sieg Heil” oder nicht “Sieg Heil” – das ist hier die Frage

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Hat er oder hat er nicht? Die Rede ist ausnahmsweise mal nicht von HC Strache, der normalerweise mit Aussagen hart an der Grenze zumVerbotsgesetz vorbeischrammt, sondern von Ed Moschitz, einem Reporter der ORF-Sendung “Am Schauplatz”. Moschitz soll zwei Neonazis bei der Strache-Kundgebung am 12. März in Wiener Neustadt zu “Sieg Heil”-Ausrufen angestiftet haben – und somit Anstiftung zur Widerbetätigung begangen haben. Die ganze Reportage gibt’s online in der ORF TVthek zum nachsehen.

So weit, go gut, wer nun denkt, Strache hat seine Meinung bezüglich Faschistischen Tendenzen geändert, der irrt allerdings. Straches Problem: ORF-Kameras haben genau das gezeigt, was bei zig FPÖ-Veranstaltungen passiert: Nämlich die Anwesenheit von Neonazis. Das kommt natürlich nicht gut, vor allem nicht, nach dem Strache mit Rosenkranz im deutschnationalen Lager fischen wollte und auf Geheis der Krone zurückrudern musste. Die Zeugenaussagen, auf die sich Strache beruft, widersprechen sich und wurden teilweise wieder widerrufen, und sind Einvernahmen als Beschuldigte bei der Polizei – und da kann jeder sagen was er will…

Was macht Strache nun in dieser Situation? Ganz einfach: Er behauptet, der ORF habe “Nazi-Statisten” angeheuert, die bezahlt wurden, um ihn in die Nähe rechtsradikaler Personen zu bringen. Aber auch diese Aussage ist falsch. Strache redet von Hausdurchsuchungen im ORF (der Staatsanwalt hat Sendungsverantwortlichen Fischer gebeten, die kompletten Originalbänder herauszugeben (das betroffene Band mit dem angeblichen Sager und der Anstiftung dazu hat die Staatsanwaltschaft bereits, und zwar die Originalkasette), dieser verneinte das mit Verweis auf das Redaktionsgeheimnis) , Strache hört Tonmaipulationen, redet von mehreren Tonspuren die wild hin- und hergetauscht werden (Mehrere Journalisten haben bestätigt, dass auf dem Video die von Strache behaupteten Aussagen nicht ersichtlich sind) und behauptet felsenfest, er wäre Opfer einer Diffamierungskampagne – wieder mal.

So redet er gestern in der Sendung “Club 2″ (die übrigens auch in der ORF TVthek online zu sehen ist), dass die Demonastration, die auf dem Band zu hören ist, zu einem früheren Zeitpunkt stattfand. Wieder gelogen, die Demonstration fand bis mindestens 19:30 statt – nicht wie von Strache behauptet, bis 19 Uhr.

Der ORF hat auch die ungekürzte Rohversion der Szene online gestellt, sodass sich jeder ein Bild machen kann.

Fakt ist: Es gab neonazistische Aussaagen, Gestiken und Aufnäher bei dieser Kundgebung, nicht nur von Seiten der zwei Neonazis, die vom ORF begleitet wurden. So ist zB mehrmals der Kühnen-Gruß gezeigt worden. Fakt ist auch, dass Strache in diesem Umfeld seine WählerInnen fischt – abstreiten kann er das keinesfalls. Jetzt dem ORF vorzuwerfen, er filme Strache mit Nazis, ist nur ein verzweifelter Versuch, das zu kaschieren – und der ging wohl grünlich in die Hose. (Übrigens, auch das wäre dann braun…)

braunes pack

18/03/2010

Tuten und Blasen gegen Strache (2)

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Etwas spät, aber dennoch ein kurzer Nachbericht zur Strache-Rede und der Gegendemo vergangenen Freitag:

Als ich am Hauptplatz ankam, traute ich meinen Augen kaum – mit so einem massiven Polizeiaufgebot hab ich nicht gerechnet. Etwa 50 PolizistInnen haben vornehmlich die Rechten “beschützt”, die DemonstrantInnen mussten ums Eck stehen – und der ganze Hauptplatz war in der Mitte geteilt. Durchgang wurde nur bei einer Schleuse gewährt, später musste man dann sogar über die Wiener- oder Neunkirchnerstraße ausweichen um Richtung Bahnhof zu gelangen.

Was sich bei dieser Veranstaltung getummelt hat, war teilweise hart am Verbotsgesetz. Gesehen wurden Reichsadler, einschlägige Aufnäher und Sprüche und mehrere Male wurde von FPÖ-SympathisantInnen der Kühnengruß gezeigt – passiert ist nichts, die Polizei war wieder mal auf dem rechten Auge blind. Zu unschönen Szenen kam es, als einige der Rechten begannen, die Demo zu provozieren – mit Tafeln deren Aufschriften u.a. “Danke für die Werbung” lauteten. Leider haben sich auch auf Seite der DemonstrantInnen – und hier aus den Reihen der SLP – einige Menschen eingefunden, die es für notwendig hielten, Kracher Richtung Polizei zu werfen; ein sehr entberlicher Demobeitrag. Außerdem kam es zu einer Schlägerei zwischen einem Demonstranten und einem Neonazi, näheres hierzu ist mir aber nicht bekannt.

Was die Zahl der Anwesenden betrifft, so gehen die Meinungen auseinander. Die NÖN spricht im selben Artikel mal von 500, mal von 600 (sic!) FPÖ-SympathisantInnen, andere Zeitungen nennen 400 Anwesende. Ich persönlich schätze dass es rund 250 waren, bei der Gegendemo versammelten sich etwa 150 Personen.

Weil ich vorher NÖN erwähnt hab, noch ein paar Kleinigkeiten: Die Berufsdemonstrierer, die Josef Kleinrath, Chef der NÖN in Wiener Neustadt gesehen haben will, konnte ich nicht ausfindig machen, ebenfalls waren die meisten DemonstrantInnen nicht aus der Tierschutzszene, so wie das ein Polizist gegenüber der Zeitung behauptet hat.

Die Rede von HC Strache war übrigens nicht der Rede wert, er ging in keiner seiner Ausführungen auf Wiener Neustadt ein – und auch sonst hatte er nur Allgemeinheiten zu erzählen.

Nun zu einem eher kuriosen Vorfall: Die FPÖ erstattete nach der Veranstaltung Anzeige gegen den ORF und tituleirte in einer Presseaussendung: “Widerliche Manipulationen gegen FPÖ: ORF-Redakteur bestellt Neonazis zu Strache-Kundgebung!”. So weit so gut – stimmt aber nicht. ORF-Reporter drehten für die Sendung “Am Schauplatz” eine Doku über Neonazis und begleitete einige von ihnen über längere Zeit, so auch zur Strache-Kundgebung in Wiener Neustadt. Die Reporten sollen die Glatzen aufgefordert haben, “Sieg Heil” zu rufen. Das ist die FPÖ-Version. Die hat einen Haken: Sie stimmt nicht. Das gedrehte Material wurde der Staatsanwaltschaft übergeben, die keinen Aufruf zu solchen Rufen erkennen kann. Womit eindeutig belegt ist: Die FPÖ hat unrecht. Dass Neonazis anwesend waren, kann allerdings nicht mehr bestritten werden.

Fazit dieser Demo: Wir haben gezeigt,d ass wir solches Gedankengut, Rassistische und Fremdenfeindliche Hetze und Intoleranz in Neustadt nicht haben wollen. Wir werden uns weiterhin wehren – und uns das nicht verbieten lassen.

braunes pack, grw2010

11/03/2010

Tuten und Blasen gegen Strache

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HC Strache kommt morgen nach Wiener Neustadt – um mit seinen Brandreden Udo Landbauer Schützenhilfe für die Gemeinderatswahl zu geben. Zeigen wir ihm gemeinsam, dass für solche Hetzer kein Platz ist in unserer Stadt!

Am Freitag, dem 12. März um 17 Uhr werden wir mit Tranpartenten und Pfeifen zeigen, was wir von Strache, Landbauer und Konsorten halten! Kommt alle hin und beteiligt euch!

braunes pack, grw2010

07/03/2010

Die SA marschiert…

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… schon lange nicht mehr, allerdings dürfte das in den Köpfen einiger Mitglieder einer ÖVP-nahen Studentenverbindung in Wiener Neustadt noch nicht angekommen sein. Die ganze Geschichte von vorne:

Am Donnerstag, dem 4. März fand in der Bude der Studentenverbindung Neostadia eine Diskussionsrunde der Spitzenkandidaten zur Gemeinderatswahl statt. Nachdem die Diskussion relativ rasch beendet wurde (Moderatorin war Doris Dissauer), fanden einige Personen an einem öffentlich einsehbaren PC der Bude, der neben der Schankanlage platziert war, interessantes Liedgut – nämlich: “Die SA marschiert, Vol 2″und “Das 3. Reich”.

Der Vorfall war der Tageszeitung “Österreich” am Samstag eine ganze Seite wert, Profil Online berichtete darüber, auch in der Krone und sogar im Radio (Radio Niederösterreich Journal, hier zum nachhören) war der Vorfall ein Thema.

Prominente Mitglieder der Neostadia sind u.a.: Klaus Schneeberger, Klubobmann der ÖVP Niederösterreich (der übrigens eine Wahlempfehlung für Barbara Rosenkranz abgegeben hat), Der Klubobmann der VP Wiener Neustadt Dinhobl sowie weitere Gemeidneräte der ÖVP Wiener Neustadt. Auch Christian Stocker, Spitzenkandidat der ÖVP Wiener Neustadt, erschien zur Diskussion mit dem Verbindungsband auf der Brust.

Distanzierungen sind von den VP-Politikern übrigens bis jetzt noch keine erfolgt…