Junger Roter -

braunes pack

18/03/2010

Tuten und Blasen gegen Strache (2)

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Etwas spät, aber dennoch ein kurzer Nachbericht zur Strache-Rede und der Gegendemo vergangenen Freitag:

Als ich am Hauptplatz ankam, traute ich meinen Augen kaum – mit so einem massiven Polizeiaufgebot hab ich nicht gerechnet. Etwa 50 PolizistInnen haben vornehmlich die Rechten “beschützt”, die DemonstrantInnen mussten ums Eck stehen – und der ganze Hauptplatz war in der Mitte geteilt. Durchgang wurde nur bei einer Schleuse gewährt, später musste man dann sogar über die Wiener- oder Neunkirchnerstraße ausweichen um Richtung Bahnhof zu gelangen.

Was sich bei dieser Veranstaltung getummelt hat, war teilweise hart am Verbotsgesetz. Gesehen wurden Reichsadler, einschlägige Aufnäher und Sprüche und mehrere Male wurde von FPÖ-SympathisantInnen der Kühnengruß gezeigt – passiert ist nichts, die Polizei war wieder mal auf dem rechten Auge blind. Zu unschönen Szenen kam es, als einige der Rechten begannen, die Demo zu provozieren – mit Tafeln deren Aufschriften u.a. “Danke für die Werbung” lauteten. Leider haben sich auch auf Seite der DemonstrantInnen – und hier aus den Reihen der SLP – einige Menschen eingefunden, die es für notwendig hielten, Kracher Richtung Polizei zu werfen; ein sehr entberlicher Demobeitrag. Außerdem kam es zu einer Schlägerei zwischen einem Demonstranten und einem Neonazi, näheres hierzu ist mir aber nicht bekannt.

Was die Zahl der Anwesenden betrifft, so gehen die Meinungen auseinander. Die NÖN spricht im selben Artikel mal von 500, mal von 600 (sic!) FPÖ-SympathisantInnen, andere Zeitungen nennen 400 Anwesende. Ich persönlich schätze dass es rund 250 waren, bei der Gegendemo versammelten sich etwa 150 Personen.

Weil ich vorher NÖN erwähnt hab, noch ein paar Kleinigkeiten: Die Berufsdemonstrierer, die Josef Kleinrath, Chef der NÖN in Wiener Neustadt gesehen haben will, konnte ich nicht ausfindig machen, ebenfalls waren die meisten DemonstrantInnen nicht aus der Tierschutzszene, so wie das ein Polizist gegenüber der Zeitung behauptet hat.

Die Rede von HC Strache war übrigens nicht der Rede wert, er ging in keiner seiner Ausführungen auf Wiener Neustadt ein – und auch sonst hatte er nur Allgemeinheiten zu erzählen.

Nun zu einem eher kuriosen Vorfall: Die FPÖ erstattete nach der Veranstaltung Anzeige gegen den ORF und tituleirte in einer Presseaussendung: “Widerliche Manipulationen gegen FPÖ: ORF-Redakteur bestellt Neonazis zu Strache-Kundgebung!”. So weit so gut – stimmt aber nicht. ORF-Reporter drehten für die Sendung “Am Schauplatz” eine Doku über Neonazis und begleitete einige von ihnen über längere Zeit, so auch zur Strache-Kundgebung in Wiener Neustadt. Die Reporten sollen die Glatzen aufgefordert haben, “Sieg Heil” zu rufen. Das ist die FPÖ-Version. Die hat einen Haken: Sie stimmt nicht. Das gedrehte Material wurde der Staatsanwaltschaft übergeben, die keinen Aufruf zu solchen Rufen erkennen kann. Womit eindeutig belegt ist: Die FPÖ hat unrecht. Dass Neonazis anwesend waren, kann allerdings nicht mehr bestritten werden.

Fazit dieser Demo: Wir haben gezeigt,d ass wir solches Gedankengut, Rassistische und Fremdenfeindliche Hetze und Intoleranz in Neustadt nicht haben wollen. Wir werden uns weiterhin wehren – und uns das nicht verbieten lassen.

  1. gibts fotos von der demo??

    Comment by simon — 18/03/2010 @ 19:55
  2. Fotos … gibts … werden aber aus Sicherheitsgründen nur an persönlich Bekannte ausgegeben.

    NÖN-Bericht: Polizei bzw. NÖN stellt Zusammenhang mit der Tierschutzszene her. Eine Anfrage bei der Polizei bzgl. Datensammlung über Gegner von der FPÖ bzw. Antirassisten und einer Datenverknüpfung zu Personen aus der Tierrechtsszene ist gestellt.

    Der NÖN-Bericht entspricht der rechts-aussen-Gesinnung des Chefredakteurs Josef Kleinrath. Die NÖN wird durch Kleinrath immer rechtsradikaler.

    Die SLP ist nur eine kleine Gruppe, die aber gut organisiert ist und deswegen überproportional wahrgenommen wird. Ob die Kracher-Werfer direkt mit der SLP zu tun haben, ist meiner Meinung nach nicht so klar. Ich vermute, es waren einige “Autonome” mit in dieser Gruppe.
    Die kleine Schlägerei war erst nach der Kundgebung. Die teilweise voll betrunkenen Nazis warteten an verschiedenen Orten in der Stadt, um dreinzuschlagen, wie wir von der Polizei erfahren haben.

    Es waren 1x gezählt 150 Anti-RassistInnen anwesend. Jedoch kamen viele mir bekannte Personen nur für 15-30 Minuten vorbei. Diese sind bei der Zählung nicht berücksichtigt. Es waren also mindestens über 200 Personen.

    Wenn wieder sowas vorbereitet wird, sollte das von einer Organisationsgruppe getragen werden, die aus den gemachten Erfahrungen eine effektivere Aktivität – mit mehr Zeitvorlauf – entwickelt.

    Generell ist der Jugendgruppe, die das organisiert hat, Dank und Anerkennung auszusprechen. Sie haben die Ehre der Stadt für diesen Abend hochgehalten.

    Es waren auch verschiedenste RepräsentantInnen der Stadt hier – sowohl aus Politik als auch von wichtigen verschiedenen Organisationen wie Kirche, Gewerkschaft – sogar von der ÖVP waren welche zu sehen.

    Das alles wird im NÖN-Artikel natürlich nicht erwähnt.

    Comment by Q — 19/03/2010 @ 10:27
  3. könnt ich nur ein zwei fotos haben
    da ich selbst auf der demo war würde es mich sehr freuen

    Comment by simon — 19/03/2010 @ 20:16

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